Rekordverdächtiger Veranstaltungsreigen

26.Februar 2009

 

Die Kreiskulturpolitiker waren beeindruckt: Von Mitte Juli bis in den Oktober wollen die Stiftung Herzogtum Lauenburg und das Forum für Kultur und Umwelt für einen Veranstaltungsreigen im Kreis sorgen.

 

von Martin Stein

 

RATZEBURG - Endgültig abgeschlossen sind die Planungen weder für den Kultursommer am Kanal 2009 der Stiftung Herzogtum Lauenburg noch für die Veranstaltungsreihe „Wald in der Linse" des Forums für Kultur und Umwelt. Es zeichnet sich jedoch schon mehr als deutlich ab, dass es im Kreisgebiet ein Vierteljahr lang Aktionen, Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Führungen, Feste und vieles mehr in einem rekordverdächtigen Umfang und auf einem bemerkenswerten Niveau geben wird. Was die beiden Institutionen unabhängig und teilweise dennoch miteinander verzahnt vorhaben, kam in der Sitzung das Kreisbildungsausschusses am Dienstag im Ratzeburger Kreishaus zur Sprache. Stiftungsgeschäftsführerin Karolina Lang und Kulturmanager Frank Düwel skizzierten das Programm für den Kultursommer am Kanal, der in diesem Jahr zum vierten Male stattfinden wird. Statt ist am 10. Juli mit einer symbolischen Schiffstour von Lauen-bürg aus auf dem Elbe-Lübeck-Kanal, enden soll das Ereignis mit zuletzt etwa 200 Einzelveranstaltungen am 9. August. Düwel berichtete, dass in dieser Woche eine Kooperationsvereinbarung mit der Kreismusikschule geschlossen worden sei, und dass diesmal auch junge Leute stärker einbezogen werden sollen. Geplant ist, 14-bis 24-Jährige zum Mitmachen zu motivieren.

„Du machst Kunst, die wir zeigen", laute das Motto, wobei es keine Vorgaben gebe, auf welchem Gebiet sich die jungen Leute betätigen müssten. Vom Videofilm über die Performance „auf welchem Gebiet auch immer" sei alles willkommen, versicherte l)ü-wel. Als Beispiele für das umfangreiche Gesamtangebot des Kultursommers nannte der als Nachfolger von Hans-Jürgen Rumpf erstmals beteiligte Kulturmanager eine Theateraufführung am Ratzeburger See sowie Ausstellungen in leer stehenden Lauenburger Häusern. Düwel wies darauf hin, dass neue Idee weiterhin willkommen seien: „Bitte unterstützen Sie mich", bat er die Kulturpolitiker.

Die Tür für neue Interessenten ist beim Forum für Kultur und Umwelt ebenfalls noch offen. Hans-Heinrich Stamer, Dr. William Boe-hart und Dr. Werner Budesheim kündigten im Ausschuss für September und Oktober „an die 30 Veranstaltungen" mit einem Bezug zu Holz und Bäumen an - deshalb der Titel „Wald in der Linse", also im Fokus des Interesses. Bei den bisher zwei Vorbereitungstreffen mit etwa 20 Teilnehmern seien Ideen wie eine Musikveranstaltung und eine Gedichtelesung im Wald gesammelt worden. „Im März haben wir eine dritte Sitzung, dann sind wir soweit, dass wir eine Broschüre drucken können". sagte Budesheim, bekannt auch als Leiter der Freien Lauenburgischen Akademie. Der Schwerpunkt des Programms werde in Schwarzenbek als dem zentralen Ort im Lauenburgischen liegen, aber auch im nördlichen und südlichen Kreisgebiet werde der „Wald in der Linse" präsent sein.

Stiftung und Forum planen ihre Vorhaben unabhängig voneinander, und es ist kein Geheimnis, dass die beiden Institutionen ein kritisches Verhältnis zueinander haben. Berührungspunkte gibt es dennoch, weil ein Teil der Beteiligten kein Problem damit hat, bei beiden Veranstaltungsreihen mitzumachen. In den Genuss einer Förderung durch den Kreis Herzogtum Lauenburg kam bislang nur die Stiftung. In diesem Jahr soll es erstmals auch Geld für das Forum geben. Im Kreishaushall ist dafür ein Betrag von 10 000 Euro vorgesehen, bisher noch mit einem Sperrvermerk. Uber dessen Aufhebung will der Bildungsausschuss bei seiner Sitzung am 17. März entscheiden.