»Kulturpolitik in der Linse«

Kulturförderung und Stiftung in der Kritik

Meinhard Füllner von der CDU verteidigt den Kreistagsbeschluss. Foto: Axel Genz

02. Mai 2008

 

Schwarzenbek (ag) - Obwohl der Abend mit einem Kurzreferat von Sylvia Stuhr, Mitglied im Bundesvorstand des Bundes Bildender Künstler, über allgemeine Fragen der öffentlichen Kulturförderung eher ruhig anfing, ging es schon kurze Zeit später heiß her. Bei der Diskussionsrunde, zu der das Forum für Kultur und Umwelt geladen hatte, bekamen sich schon früh die Podiumssprecher Meinhard Füllner (CDU) und Burkhard Peters (B90/Grüne) in die Haare. Unter der Leitung von Heinrich Stamer vom BUND und Dr. William Boehart vom Lauenburgischen Kunstverein wurde heftig über die Stiftung Herzogtum Lauenburg diskutiert, rund 40 Zuschauer verfolgten das Geschehen. Diese wird nach einem aktuellen Kreistagsbeschluss auch die nächsten fünf Jahre jährlich 180.000 Euro für die Kulturförderung bekommen. Nicht nur diese Entscheidung, auch die Stiftung an sich geriet ins Kreuzfeuer von Forum, Peters, sowie der anwesenden Kultursprecherin der SPD, Gitta Neemann-Güntner, während Füllner und Dieter Ruhland (FDP) den Beschluss und die Arbeit der Stiftung verteidigten. »Die Vorstandsliste der Stiftung liest sich wie das Who-is-Who des Konservativismus«, klagte Peters, »da hat kein einziger Künstler Mitspracherecht. « Trotzdem sei die Kultur in den vergangenen fünf Jahren tatkräftig gefördert worden, zeigte sich Füllner zufrieden und empörte sich über Peters" Äußerungen. Auf die Forderung, einzelne Künstler und auch die Umwelt mit dem Budget zu unterstützen, entgegnete Füllner: »Wir dürfen die Kunst nicht bevormunden. « Aus finanziellen Gründen sei dies sowieso unmachbar, so Ruhland.

Neben der Kompetenz des Stiftungsvorstandes war ein weiterer Kritikpunkt die mangelnde finanzpolitische Transparenz. »Wir haben keinerlei Zahlen vorliegen, das kann doch nicht angehen«, beschwerte sich Neemann-Güntner. So legte Ruhland dann offen, dass 160.000 Euro alleine für Personal kosten reserviert sind, das heißt, es bleiben nur noch 20.000 Euro für die Kulturförderung. Dennoch sieht Füllner keinen Grund für Besorgnis: »Wir haben mit dem „Kultursommer am Kanal« oder »Knick in der Linse« hochqualitative kulturelle Veranstaltungen. Wir können zufrieden sein.« Peters und Neemann-Güntner hingegen kündigten die Teilnahme an anderen Initiativen für die Kulturarbeit im Kreis an.