Großes Herbstprogramm: "Grenzen in der Linse"

20. August 2010

"Grenzen gibt es überall", sagen Forum-sprecher William Boehart (li.) und Hans-Heinrich Starmer. Foto: Kopylow

5000 Programm hefte liegen ab jetzt in Rathäusern und Büchereien aus. Das Forum für Kultur und Umwelt zieht einen Kulturzyklus zu "Grenzen" auf. Vom 10. September bis 10. Oktober sind 40 Veranstaltungen vorgesehen.


Artikel von Marc von Kopylow



Schwarzenbek - Die fünften Kultur- und Umweltwochen des 2005 gegründeten Forums für Kultur und Umwelt bleiben dem Motto treu, die Sinne für ein The ma zu schärfen, um das sich alle Veranstaltungen ranken.

Diesmal also „Grenzen in der Linse", kreisweit vom 10. September bis 10. Oktober. Besucher wandern an Grenzen in Ausstellungen, Vorträgen, Aktionen, mit Musik, im Kino, bei Lesungen und Exkursionen. Den Kern der 40 Veranstaltungen berührt besonders der Eröffnungsvortrag am Freitag, 10. September, um 19,30 Uhr im Rokokosaal des Kreismuseums Ratzeburg Uwe Möller, ehemaliger Generalsekretär des Club of Rome spricht zum Thema: "Die Grenzen des Wachstums sind überschritten! Neue Überlebensstrategien für die Menschheit."

Grenzwertig wagt sich das Forum mit der Ausstellung "Grenz-Zeichen" in den Bahnhof Buchen, kurz vor seinem Abriss. Der Lauenburgische Kunstverein (LKV) lasst den Bahnhof noch einmal erblühen mit einer Reihe von mehr als "Grenzverletzungen". Zur Landart gibt´s einen eigenen Flyer.

Jazzer aus Prag. Alte Salzstraße, Eiserner Vorhang und Grünes Band, subtile Randerscheinungen, Grenzwanderungen und Pilze an Grenzen und Linsen salzen und versüßen den Grenzgängern den Weg durch das Hauptprogramm. Sowohl Grenzen zur Eiszeit als auch zu Wildnis und Kulturlandschaft sollen ausgelost werden. Bei "Zukunftsäen" geht es konkret um gentechnikfreie und selbstbestimmte Nahrung. Texte und Bilder lassen sich in der Zündholzfabrik Lauenburg auch auf Depressionen ein. Über Klimawandel spricht Professor Mojib Latif am Dienstag, 28. September, um 19.30 Uhr im Gymnasium Wentorf bei Hamburg.

Über 200 Ehrenamtliche wirken an dem großen Kulturprogramm mit, das bis auf wenige Musikveranstaltungen kostenfrei ist. Besucher können dennoch mit einer Umlagespende von fünf Euro pro Veranstaltung helfen die Kosten zu decken. Rund 30.000 Euro kostet die Kulturreihe des Forums.

Davon übernimmt der Kreis ein Drittel. Das Forum zog bei seiner Gründung im Herbst 2005 eine Grenze zu einem Beschluss des Kreistages, die "Koordinierung" der Kulturarbeit im Kreis im Wesentlichen der Stiftung Herzogtum Lauenburg zu übertragen mit finanziellen Mitteln von 180.000 Euro jährlich Privatisierung von Kulturarbeit unter Ausschluss kommunaler Gremien sei rechtswidrig und führe zu Entdemokratisierung. Daher bittet das Forum den Kreistag erneut den Beschluss zu revidieren.

Dem Forum gehören 19 Kommunen, Verbände, Vereine und Gruppen an von Gülzow und Kuddewörde über Freie Lauenburgischer Akademie bis hin zum World Wildlife Fund.