Großaktion für den Schutz der Wälder

20. April 2009

Foto: Jürgensen

Dr. William Boehart (LKV) und Hans-Heinrich Stamer (re.) organisieren zum dritten Mal "Kultur- und Umwelttage", nehmen diesmal den Wald in den Fokus.

Artikel von Marcus Jürgensen

 

Schwarzenbek. Der Wald hat sich tief in das kulturelle Ge­dächtnis der Deutschen einge­graben: als Naherholungsge­biet und Biotop, als natürliche Ressource für das holzverarbei­tende Gewerbe, als romantisch verklärter „Hain" in Liedern und Gedichten. Ein Schock war das „Waldsterben", das in den 70er- und 80er-Jahren so breit diskutiert wurde, dass der Be­griff sogar Eingang in die fran­zosische und englische Sprache fand.

„Wälder wird es weiter ge­ben", relativiert BUND-Sprecher Hans-Heinrich Stamer das damalige Katastrophenszena­rio. Jedoch: „Baume sterben weiter. Entweder werden sie durch Menschenhand gefällt wie die alte Eiche an der Basthorster Kirche oder sie nehmen durch Umwelteinflüsse Scha­den, werden nicht mehr so alt und sterben irgendwann ab", sagt Stamer.

Laut Waldzustandsbericht des Bundeslandwirtschaftsmi­nisteriums lag der Anteil der Bäume mit deutlichen Schäden in der Baumkrone im Vorjahr bei 26 Prozent. Grund genug für das Forum für Umwelt und Kultur, in seiner dritten Veran­staltungsreihe den Wald in den Mittelpunkt zu stellen.

In mehr als 30 Veranstaltun­gen wird vom 18. September bis 18. Oktober der „Wald in die Linse" genommen. Jedoch nicht nur als ökologische Sicht: Der Lauenburgische Kunstverein (LKV) schreibt eine überre­gionale Kunstaktion im Rülau­er Forst aus. Auf Gut Wotersen gibt es eine weitere Kunstaus­stellung, und im Schwarzenbe­ker Amtsrichterhaus spielt das Wentorfer Helios-Quartett klas­sisches Liedgut. Auch die zwölf Waldkindergärten im Kreisge­biet sollen in das Programm eingebunden werden, das erst­mals vom Kreistag mit 10 000 Euro gefördert wird.