Ein unabhängiges Kulturprogramm

24. / 25. Mai 2009

 

Von Marc von Kopylow

 

Das Forum für
Kultur und Umwelt bleibt auf
unabhängigem Kurs und plant einen
dritten Zyklus im September.

 

SCHWARZENBEK - Totgesagte leben länger. Das gilt auch für das lauenburgische Forum für Kultur und Umwelt, das sich anschickt, einen neuen Kulturreigen aufzulegen. Im Herbst kommt „Wald in der Linse".

Geplant sind rund 30 Veranstaltungen im gesamten Kreisgebiet vom 18. September bis 18. Oktober. Damit wollen die Veranstalter zeigen, dass es weiterhin möglich sei, unabhängig von der Stiftung Herzogtum Lauenburg Kulturveranstaltungen zu planen. Ursprünglich war das Forum gegründet worden aus Protest gegen einen Krcistagsbeschluss, sämtliche Kulturforderung über die Stiftung abzuwickeln. In diesem Jahr hat der Kreistag erstmals beschlossen, auch das Forum finanziell zu fördern mit 10 000 Euro.

 

„Politik ist offensichtlich lernfähig" sagt Hans-Heinrich Stamer (59), einer der drei Sprecher des Forums. Die Gruppe hatte mit zwei Veranstaltungszyklen 2006 und 2007 bewiesen, dass sie in der Lage ist, hochwertige Kulturarbeit zu entwickeln. Der Veranstaltungsumfang blieb in diesem Jahr gleich, auch das Grundkonzept. An einem Leitthema orientieren sich alle Veranstaltungen. So gab es bisher „Knick in der Linse" (2006) und „Bach in der Linse" (2007). Im vergangenen Jahr gab es nur eine Veranstaltung: die Podiumsdiskussion „Politik in der Linse" kurz vor der Kommunalwahl. Damit sollte eigentlich ein Wechsel der Kulturforderung im Kreis eingeläutet werden, weg vom Finanzmonopol der Stiftung.
Doch die CDU durchkreuzte die Pläne des Forums mit einem mehrheitlichen Beschluss noch vor der Wahl, vor der Wahl, die Kulturarbeit der Stiftung um fünf Jahre zu verlängern Vom Forum war nach der Wahl zunächst nichts zu hören. Jetzt meldet es sich mit „Wald in der Linse" zurück.

Der Kulturreigen beginnt mit einem Festvortrag zum nationalen Naturerbe Buchenwälder. Geplant sind ein offenes Museum der Kunst im Rülauer Forst, eine Workshop zur Herstellung von Waidwiesen. Waldexklirsionen, eine satirische Ausstellung auf Gut Wotersen mit Holz» und Betonköpfen und ein Besuch der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft.

Die Historie von Holz soH beleuchtet werden. Es gibt Märchenlesungen an ausgesuchten Plätzen im Wald, musikalische Waldspaziergänge und einen Bericht über das Motiv Wald im deutschen Volkslied. Es geht aber auch um „Sehweinekrieg im 17. Jahrhundert" und archäologische Funde im Sachsenwald.

Dazu geben die Veranstalter eine Broschüre heraus, die Anfang Juni erscheinen soll Ein Kalender mit alten Bäumen aus dem Lauenburgischen ist ebenso angedacht wie ein Büchlein mit illustrierten Gedichten zum Wald.

„Wir wollen inhaltlich arbeiten", sagt Sprecher William Boehart. Der Stiftungsveranstaltung „Kultur am Kanal" fehle dagegen der rote Faden. Auch eine bestimmte Zuschauerzahl peile das Forum nicht an. 20 bis 100 Besucher pro Veranstaltung seien vollkommen ausreichend.

Versöhnlich zeigt sich Hans-Heinrich Starner: „Für den Kreis ist es als Kulturangebot doch wunderbar, dass es 'Kultur am Kanal' und 'Wald in der Linse' gibt."

Foto: MARC VON KOPYLOW

Archivar William Boeharl (61) und Hans-Heinrich Stamer (59, unten) nehmen jetzt mit dem Forum lür Kultur und Umwelt den Wald in die Linse.