Die Menschen haben ein Faible für ihren Wald

19. Oktober 2009

Fotos: Jürgensen/Retzlaff

„Beton- und Holzköpfe" zeigt die Ausstellung des Geesthachter Bildhauers Hans Fuhrke auf Cut Wotersen, die Dr. William Boehart, Hans-Heinich Stamer und Dr. Werner Budesheim (v.li.) für die Abschlussveranstaltung der Kultur- und Umwelttage ausgewählt hatten.


Erfolgsbilanz der Kultur- und Umwelttage

Dicke Zöpfe aus Wolle zeigte Inga Mommsen im "Museum im Wald" im Rülauer Forst.

Schwarzenbek/Wotersen

(cus). Eine frische „Brise" wehte in den letzten Wochen durch die heimischen Forsten, getragen durch das Interesse der zahlreichen Besucher der Kultur- und Umwelttage. Klänge der Hamburger Band „Jazzbreeze" setzten gestern in der Reithalle von Schloss Wotersen einen Schlusspunkt unter die 41 Veranstaltungen, mit denen das Forum für Kultur und Umwelt, ein Zusammenschluss von Umweltgruppen, Künstlern und Vereinen, diesmal den Wald in den Mittelpunkt ihres Programms gestellt hatten.

„Die Menschen in der Region haben ein Faible für ihren Wald. Nicht umsonst ist der Kreis die waldreichste Gegend im Land und die Menschen identifizieren sich offenbar sehr damit", fasst Dr. William Boehart, Vorsitzender des Lauenburgischen Kunstvereins (LKV), die Veranstaltungsreihe zusammen. Bisher gibt es noch keine genaue Auflistung der Besucherzahlen, doch für einzelne Veranstaltungen liegen diese bereits vor: So besuchten mehr als 100 Menschen die Eröffnung des „Museum im Wald" im Rülauer Forst, 60 kamen zur Fledermausnacht und 50 zum Vortrag über die Sadelbande nach Gülzow.

Vor allem die Nutzung des Waldes als Raum für moderne Kunst sei bei Künstlerkollegen aber auch den Besuchern auf großes Interesse gestoßen, berichtet Künstlerin Eva Ammermann. Die Mitglieder des Forums wollen noch vor dem Jahresende Bilanz ziehen und ein neues Thema für 2010 suchen. Budesheim: „Es gibt in der Region viel, was wir ebenfalls in ,die Linse' nehmen könnten." Klar ist auch: Die erstmals mit Hilfe eines Kreiszuschusses in Höhe von 10 000 Euro realisierten vierten Kultur- und Umwelttage waren für die ehrenamtlichen Organisatoren ein Mammutprojekt, das so nicht jedes Jahr zu leisten ist. Stamer: „Wir werden deshalb im nächsten Jahr etwas kürzertreten und Kräfte sammeln, um 2011 wieder ein großes Programm auf die Beine zu stellen."

Die Kultur- und Umwelttage „Wald in der Linse" waren am 18. September mit einem Vortrag des Lübecker Forstdirektors Lutz Fähser eröffnet worden. Fähser, einer der Vorreiter der natürlichen Waldwirtschaft, hatte im Festsaal des Schwarzenbeker Rathauses nachdrücklich für ein Miteinander von Ökologie und Ökonomie geworben. Und auch die Politik zeigte sich beeindruckt: Nachdem das Forum vor fünf Jahren als Reaktion auf die Entscheidung der CDU, die Koordination der Kulturarbeit im Kreis bei der Stiftung Herzogtum Lauenburg anzusiedeln, entstanden war, näherten sich beide Seiten an. Kreispräsident Meinhard Füllner (CDU) lobte ausdrücklich die Arbeit des Forums, und Hans-Heinrich Stamer dankte für den erstmals gewährten Kreiszuschuss.